Die entscheidende Verschiebung des Klimas findet nicht nur am Boden statt, sondern in der Vertikalen. Steigende Treibhausgase heben die Abstrahlhöhe, die Schneefallgrenze folgt nach oben.
Kapitel 6 erklärt die vertikale Mechanik des Klimawandels. Wenn die effektive ansteigt, muss sich die darunterliegende Luftsäule erwärmen. Sichtbar wird diese Verschiebung an Frost- und Schneefallgrenzen.
Wärmeverlust
Stefan-Boltzmann
Schneefallgrenze und Albedo
Zeitreise
| Zeitraum | CO₂-Anstieg (Szenarien) | Temperaturdifferenz | Schneefallgrenze |
|---|---|---|---|
| 1960 bis heute | +108 ppm | rund +1,1 °C | +175 m |
| heute bis 2090 | +115 bis +500 ppm | +1,3 bis +3,3 °C | +200 bis +500 m |
| Gesamt (130 Jahre) | +220 bis +600 ppm | +2,4 bis +4,5 °C | +375 bis +675 m |
Bezug
Der Soll-Ist-Vergleich rahmt CO₂ nicht als moralische Last, sondern als Regelgrösse. Der Sollwert ist die naturgerechte Konzentration von rund 280 ppm, die sich über Jahrtausende eingestellt hatte. Der Istwert liegt heute bei über 425 ppm. Die Differenz von rund 145 ppm ist der anthropogene Überschuss, an dem sich jede Restaurationsmassnahme messen lässt.
In der erweiterten Deutung bezeichnet der SIV auch die effektive Abstrahlhöhe der Erde: jene Höhe, in der die Atmosphäre für Infrarotstrahlung optisch dünn genug wird, um Energie ins All zu verlieren. Diese Höhe ist durch das Stefan-Boltzmann-Gesetz und die Lapse Rate formal ableitbar und wandert mit steigender CO₂-Konzentration nach oben. Der SIV wird damit zum physikalischen Mass dafür, wie weit das System vom stabilen Gleichgewicht entfernt ist.
Das Ansteigen der Schneefallgrenze ist die sichtbare Seite einer in die Höhe verschobenen Strahlungsmechanik.